Dastellung des Herrn

Eines der ältesten Mutterschutzgesetzte (Lev 12) begründet das Fest der Darstellung des Herrn. 40 Tage nach der Geburt eines Kindes währte die Karenzzeit für die Mutter, dann folgte ein Danktag an den Schöpfer des Lebens für die Geburt des Kindes und die Mutter konnte sich wiederum den Alltagsaufgaben widmen.
Beim Dank für ihr Kind Jesus greift Lukas (Lk 2,22 ff) auf einen alten Lobspruch zurück (Jes 49,6) und wendet ihn auf Jesus an, das Licht der Völker.

Die biblische Überlieferung tritt dabei auf eine vorchristliche Tradition:

Der Februar [februo (lat) = ich reinige] ist im antiken römischen Kalender der 12. Monat, der letzte des Jahres.

Die Bürgerschaft der Stadt Rom unterzog sich in diesem Monat reinigender Umzüge, damit das neue Jahr im Monat des Kriegsgottes Mars (= März) befreit eröffnet werden konnte. Diesen heidnischen gesamtrömischen Kult übernahmen die Christen der Stadt Rom um gemeinsam in einer Prozession, die unter Papst Sergius I. (687 - 701 n. Chr.) erstmals erwähnt wird und auf den Anfang des Monats gelegt wurde. Sie traf nun mit dem 40. Tag nach Weihnachten zusammen.

Die späteren Jahrhunderte haben diesen gemeinsam begangenen Ritus nicht mehr gesehen. Sie gaben jeder Kirchengemeinde ihre eigene Prozession. So wandelte sich die Stadtprozession zu einer Pfarrprozession. Unser Messbuch (1970) hat es in dieser Weise übernommen.

Erst aus der Mitte des 10. Jh. ist eine Kerzensegnung bekannt.
Dabei werden das Festgeheimnis (Darstellung des Herrn im Tempel) und der Lobpreis über dem Licht in den Gebeten ausgedrückt.
In der Folgezeit werden die Kerzen jedoch zu heiligen Dingen, die den Teufel und alles Unheil von Stall und Haus vertreiben sollen. Von den gesegneten Kerzen erwartet das christliche Volk Hilfe in allen Anliegen und jeder Bedrängnis (Gewitter, Epidemie, Sterbestunde…). Die schwarzen Wetterkerzen waren ein überdeutlicher Ausdruck.
Im französischen sprechenden Ländern wurden die Kerzen gar an einem neugeweihten Feuer entzündet (12. Jh.) und damit die Lichtfeier der Osternacht verdoppelt!

Unser Messbuch kennt zwei Gebete zur Auswahl:

Gott, du bist das wahre Licht,
das die Welt mit seinem Glanz hell macht.
Erleuchte auch unsere Herzen,
damit alle, die heute mit brennenden Kerzen
in deinem heiligen Haus vor dich hintreten,
einst das ewige Licht deiner Herrlichkeit schauen.

Oder

Gott, du Quell und Ursprung allen Lichtes,
du hast am heutigen Tag
dem greisen Simeon Christus geoffenbart
als das Licht zur Erleuchtung der Heiden.
Wir preisen dich mit den Kerzen
die wir in unseren Händen tragen
und zu deinem Lob entzünden.
Führe uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe
zu jenem Licht, das nie erlöschen wird.

Die Verbindung mit dem Evangelium des Festtags ist im zweiten Text deutlich hörbar.
Daraus erwächst das früher gebräuchliche Wort Lichtmess.
Die ua. Bitte um die Kerzenspende hat ebenfalls hier die Begründung.

Wir beginnen den GD zum Lichtmesstag am Kindergarten, ziehen mit brennenden Kerzen zur Kirche und feiern die hl. Eucharistie.
Kirchenchor und Blaskapelle gestalteten den GD auch im fürbittenden Gedenken an Herrn Karl Plieger, unserem langjährigen Organisten und Dirigenten, dem Mitbegründer der Kolpingblaskapelle.